01 Symptome & Ursachen

Depressionen & andere psychische Erkrankungen

Symbolbild zu Depressionen und psychischen Erkrankungen

Wenn Entzündungen die Seele quälen

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Definition

Eine Depression ist eine psychische Störung, die sich durch eine Vielzahl von Symptomen ausdrücken kann. In der Medizin wird die Depression unter anderem nach Schweregrad und Symptomatik eingeordnet.

Depressive Erkrankungen können unterschiedliche Ursachen haben. Neben psychischen Belastungen können auch körperliche, hormonelle, immunologische, entzündliche und stoffwechselbezogene Faktoren eine Rolle spielen.

Und der Begriff Depression beschreibt ein sehr breit gefächertes Krankheitsbild.

A Formen

Drei Formen der Depression

  • 01 Affektive Psychose (früher als endogene Depression bezeichnet): Ursachen liegen in veränderten Stoffwechselvorgängen im Gehirn, die auch im genetischen Code begründet sein können
  • 02 Neurotische Depression (Erschöpfungsdepression): entsteht durch eine lang anhaltende Belastung in der Lebensgeschichte
  • 03 Reaktive Depression: tritt als Reaktion auf ein akutes, schwerwiegendes Erlebnis auf

B Einordnung

Schweregrade einer Depression

  • 01 Leichte Depression: zwei Hauptsymptome und zwei Zusatzsymptome
  • 02 Mittelschwere Depression: zwei Hauptsymptome und drei bis vier Zusatzsymptome
  • 03 Schwere Depression: drei Hauptsymptome und fünf oder mehr Zusatzsymptome

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Symptome

Um eine Einstufung der Schwere einer Depression vornehmen zu können, gibt es typische Hauptsymptome und weitere Beschwerden, die zusätzlich auftreten können.

A Hauptsymptome

Die Hauptsymptome
einer Depression

  • 01 gedrückte, depressive Stimmung
  • 02 Interessenverlust und Freudlosigkeit
  • 03 Antriebsmangel mit erhöhter Ermüdbarkeit

B Weitere Beschwerden

Zusätzliche Symptome

  • 01 verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • 02 reduziertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • 03 Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit
  • 04 übertriebene Zukunftsängste oder pessimistisches „Schwarzsehen“
  • 05 Suizidgedanken oder -versuche, Selbstverletzungen
  • 06 Schlafstörungen
  • 07 verminderter Appetit

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Ursachen

Depression ist eine komplexe Erkrankung, die Körper und Psyche gleichermaßen beeinflusst.

Die Forschung sucht seit längerem auf verschiedenen Wegen nach Ursachen für die Entstehung von Depressionen.

Eine neurowissenschaftliche Studie am Centre for Addiction and Mental Health (CAMH) in Toronto zeigt erneut einen wichtigen Zusammenhang zwischen Entzündungen des Gehirns und der Intensität einer Depressions-Erkrankung auf.

Im Ergebnis stellte das Forschungsteam bei Menschen mit einer klinischen Depression 30 % höhere Entzündungsparameter im Gehirn fest.

Für Dr. Mario Krause ist diese Studie ein wichtiges Argument die medizinische Perspektive in der Praxis zu erweitern.

Depressionen sind nur eine Erkrankung aus einer ganzen Reihe komplexer Krankheiten, bei denen die Suche nach Ursachen die Therapie erfolgreicher machen kann. Klassischerweise konzentriert sich die Medizin auf Symptome. Funktionszusammenhänge im komplexen Wechselspiel der Körpersysteme als mögliche Ursachen für die Entwicklung von Krankheiten stehen im Allgemeinen nicht im Fokus. Gerade die jüngste Studie aus Kanada unterstreicht die Rolle des Immunsystems bei der Entstehung und im Verlauf einer Depression. Die Erkenntnisse der Forscher erweitern die Möglichkeiten der Medizin. Das sollte Anlass genug sein, um einerseits die Ursachenforschung voranzutreiben und andererseits Therapien zu erweitern.

Zudem besteht nach wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Verbindung zwischen Stress und Depressionen. Stress verursacht im Körper eine vermehrte Ausschüttung von Cortisol, wodurch das Immunsystem belastet wird.

Schema: Stress, Immunreaktion und Depression – Zusammenhang zwischen Stressoren, Immunsystem, HPA-Achse und Gehirn

Stress: Immunreaktion und Depression (a)

Die Aktivierung von NF-KB durch Toll-Ähnliche Rezeptoren (TLR) führt zu einer Entzündungsreaktion, die (b) die Freisetzung der proinflammatorischen Zytokine TNF-α, IL-1 und IL-6 auslöst. (c) Zytokine haben über undichte Bereiche in der Blut-Hirn-Schranke Zugriff auf das Gehirn, auf aktive Transportmoleküle und afferente Nervenfasern (z. B. sensorischer Vagus), die Informationen über den Nucleus tractus solitarius (NTS) weiterleiten. (d) Im Gehirn nehmen Zytokine an Signalwegen (in orange dargestellt) teil, die bekannt dafür sind, an der Entwicklung von Depression beteiligt zu sein.

Einschließlich:

  • (i) veränderter Stoffwechsel der Neurotransmitter Serotonin (5-HT) und Dopamin (DA)
  • (ii) Aktivierung von CRH und Produktion und / oder Freisetzung von ACTH und Glucocorticoide (Cortisol)
  • (iii) Störung der synaptischen Plastizität durch Veränderungen in relevanten Wachstumsfaktoren [z. B. aus dem Gehirn stammender neurotropher Faktor (BDNF)].

(e) Die Exposition gegenüber belastender Umweltfaktoren fördert die Aktivierung von Entzündungssignalen (NF-kB) durch erhöhte proinflammatorische Antworten des Nervensystems [Freisetzung von Noradrenalin (NE), das α (αAR) und β (AR) Adrenozeptoren bindet] (in orange dargestellt). (f) Stressoren sperren den vagalen Eingang [Freisetzung von Acetylcholin (ACh), das die α7-Untereinheit des nikotinischen Acetylcholinrezeptors (α7nAChR) bindet] (in blau dargestellt). (g) Aktivierung Mitogen-aktivierender Proteine, einschließlich p38 und JNK. Die Funktion von Glucocorticoid-Rezeptoren (GR) ist gehemmt. NF-kB wird durch die negative Regulation von Glucocorticoide als Folge der freien HPA-Achse freigesetzt und ist die Antwort des Gehirns auf Stress (in blau dargestellt).

Quelle: Charles L. Raison, Lucile Capuron, und Andrew H. Miller: Cytokines sing the blues: inflammation and the pathogenesis of depression. In: Trends Immunol. Januar 2006; 27(1): S. 24–31.

Eine ganzheitlich aufgebaute Diagnose und Therapie, die zum Beispiel Stoffwechselstörungen überprüft, Lebensweisen einbezieht und Umweltfaktoren berücksichtigt, bietet nicht nur für die Depression sondern auch für viele andere Krankheitsbilder eine sinnvolle Ergänzung zu einem klassischen Therapieansatz.

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Therapie

„Körper und Geist bilden ein sensibles, multifaktorielles System, das endogenen und exogenen Einflüssen ausgesetzt ist und darauf reagiert. Insbesondere der Stoffwechsel spielt in diesem System eine wichtige Rolle und kann als Indikator für Störungen des Systems dienen. Ist die Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Stoffwechsels Teil der Diagnostik, kann dies hilfreiche Aufschlüsse über körperliche Wechselwirkungen liefern", erläutert Dr. Mario Krause.

Hieraus ergibt sich unser Therapieansatz:

  • 01 Analyse der komplexen Wechselwirkung von Nervensystem, Neurotransmittern, Immunsystem, Hormonsystem und persönlicher Belastungssituation
  • 02 ursachenfokussierte Therapie
  • 03 Stabilisierung von Immunsystem und Ausgleich hormoneller Veränderungen
  • 04 Korrektur von Ungleichgewichten im Neurotransmitter-Stoffwechsel
  • 05 Unterstützung durch biologische Verfahren wie Aminosäure-Therapie oder Mikronährstoff-Behandlung
  • 06 Verbesserung von Schlafrhythmus und Schlafqualität, z. B. durch pflanzliche Medikamente
  • 07 unterstützende Verfahren wie Biofeedback, EMDR oder Hypnose, sofern passend
  • 08 Psychotherapie
  • 09 Traumatherapie
  • 10 weitere funktionell korrigierende Verfahren

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07 Behandlungsfelder

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